Das Gewerbegebiet Marsdorf hat eine Größe von etwa 160 Hektar und liegt in der westlichen Peripherie von Köln und wird unterhalb des Autobahnkreuzes Köln West im Westen von der BAB 1 und im Osten von der BAB 4 gerahmt. Dort sind rund 130 Betriebe – vom großflächigen Einzelhandel über Industriebetriebe bis zu Handwerksbetrieben – rund 4.000 Beschäftigten ansässig.

Die IHK zu Köln führte im Rahmen des Projektes „Bessere ÖPNV-Anbindung im Gewerbegebiet Marsdorf“ eine repräsentative Befragung von Beschäftigten in den Monaten September bis Oktober 2019 durch, um zu überprüfen, mit welchen Verkehrsmitteln die Beschäftigten nach Marsdorf kommen und was getan werden kann, um die Beschäftigten zu einer verstärkten Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zu motivieren. Nach den vorliegenden Auswertungen der Befragung, kommt jede/r zweite Beschäftigtet mit dem Pkw oder dem Motorrad zur Arbeit. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad nehmen den Weg weniger als ein Fünftel (17%). Der Anteil derjenigen, die öffentliche Verkehrsmittel für die Anreise zur Arbeitsstelle nutzen, umfasst rund ein Drittel (35%).

Knapp die Hälfte der befragten ÖPNV-Nutzer/innen ist unzufrieden mit dem Weg zwischen Haltestelle und Betrieb. Für viele der befragten ÖPNV-Nutzer/innen sind die Wege zwischen Haltstelle und Arbeit mit Unsicherheitsgefühlen verbunden, die von der Enge, Dunkelheit und Unübersichtlichkeit ausgelöst wird. Aus den Befragungsergebnissen wurde der Bedarf abgeleitet, zur Verbesserung der ÖPNV-Anbindung der Arbeitsorte im Gewerbegebiet Marsdorf Maßnahmen der städtebaulichen Kriminalprävention zu verfolgen, damit sich die Beschäftigten auf dem Weg zur Arbeitsstelle sicher fühlen. Die Verkehrsanbindung muss mit diesen Gestaltungsfragen verknüpft und integriert betrachtet werden. Vor diesem Hintergrund führen Prof. Herbert Schubert von SRM und Prof. Jochen Siegemund vom Cologne Institute of Architectural Design (CIAD) der Fakultät für Architektur der TH Köln eine Angstraumanalyse im Gewerbegebiet Köln Marsdorf durch und entwerfen kriminalpräventive Gestaltungsmuster, die Unsicherheitsempfindungen der Nutzerinnen und Nutzer auf den öffentlichen Wegen von der ÖPNV-Haltstelle zu den Zielorten vorbeugen.

Die Ergebnisse werden im ersten Quartal 2020 vorliegen.