Die Arbeitsgemeinschaft von Prof. Dr. Herbert Schubert und Dr. Tim Lukas von der Bergischen Universität Wuppertal führt die wissenschaftliche Begleitung des Projekts „Sicherheit im Bahnhofsumfeld“ (SiBu) in Düsseldorf – unter dem Dach des Büros „Sozial • Raum • Management“ – durch. Das Projekt wurde im September 2024 von Landeshauptstadt Düsseldorf, dem Polizeipräsidium Düsseldorf und der Bundespolizei initiiert, um die Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung im Bahnhofsumfeld zu erhöhen und das Quartier aufzuwerten. Das Projekt „Sicherheit im Bahnhofsumfeld“ reagiert auf eine problematische Entwicklung: Neben einer zunehmenden Kriminalitätsbelastung spielen (Nutzungs-) Konflikte im öffentlichen Raum, eine wachsende Verunreinigung und die Zunahme von Vandalismus eine Rolle. Auch die mengenmäßige Zunahme von Personenkreisen, deren Lebensmittelpunkt die Straße darstellt und deren Ressourcen am Überlebenslimit liegen, und die Verschärfung des Handels und des Konsums von Drogen (insbesondere von Crack) erfordern ein konzertiertes Intervenieren. Aus dem Kreis der Bewohnerschaft und der Gewerbetreibenden hatte die Zahl der Beschwerden zugenommen, und es wurde ein Anstieg der affektiven und konativen Kriminalitätsfurcht im öffentlichen Raum festgestellt.


Die wissenschaftliche Begleitung führte in der ersten Phase von August 2025 bis zum April 2026 eine prospektivische Evaluation durch, indem sogenannte Nullmessungen an ausgewählten Orten in den Quartieren des Bahnhofsumfeldes vorgenommen wurden, um den Status Quo Ante abzubilden, d.h. den Ist-Zustand vor der Durchführung intervenierender Maßnahmen.

Den zentralen Meilenstein, um den sich die weiteren evaluativen Schritte in der zweiten Phase drehen sollen, stellt das neue Suchthilfezentrum mit einer Aufenthaltsfläche in der Eisenstraße 49 dar. Im Laufe des Jahres 2026 wird das Gebäudeensemble von den Guttemplern der Stadt übergeben. Anschließend werden die notwendigen Umbauarbeiten und Organisationsschritte erfolgen, so dass der Tagesaufenthalt und der Drogenkonsumraum voraussichtlich zu Beginn des Jahres 2027 eröffnet werden kann. Die wissenschaftliche Begleitung wird die Evaluation der Auswirkungen auf den öffentlichen Raum im Düsseldorfer Bahnhofsumfeld ab April 2027 in den Blick nehmen. Besondere Aufmerksamkeit wird den Wegebeziehungen und den Treffpunkten der Szene geschenkt. Zu erkunden wird sein, ob die Aufenthaltsbereiche in der Eisenstraße 49 so viel Attraktivität haben werden, dass dieser Ort als Treffpunkt Vorrang genießt und die bisherigen Treffpunkte – beispielsweise der Worringer Platz – entlastet werden. Von Interesse ist auch, ob sich die Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung im Bahnhofsumfeld als Folge der Maßnahme erhöhen wird.