„Sozial • Raum • Management“ ist ein Büro für Forschung und Beratung. Im Arbeitsansatz werden Perspektiven integriert betrachtet, die in der herkömmlichen Zuständigkeitslogik einzelner Ressorts und Funktionssysteme oft getrennt voneinander – quasi "versäult" – bearbeitet werden. Sozialkulturelle Prozesse werden umfassend sowohl in ihrer räumlich-sozialen als auch in ihrer organisationalen Einbettung wahrgenommen. Im Blickpunkt stehen die Lebenswelten, die Aktions-, Netzwerk- und Handlungsräume in Kreisen, Städten und Gemeinden im Ganzen, aber auch – unter einem kleinräumigen Blickwinkel – in den Teilräumen von Wohnquartieren und Nachbarschaften. So spielt der Sozialraum des Wohnumfeldes beispielsweise eine wichtige Rolle bei der Sozialisation von Kindern und Jugendlichen; und für ältere Menschen bestimmt sich die Qualität der Wohnumgebung über Faktoren wie Sicherheit, soziale Teilhabe und Erreichbarkeit von Versorgungseinrichtungen.

Vor diesem Hintergrund folgt der Ansatz von „Sozial • Raum • Management“ der Leitfrage,

  • wie durch die Netzwerke der lokalen Stakeholder (Public Governance)
  • und unterstützende Gelegenheiten in den Orten und Wohnquartieren
  • der soziale Zusammenhalt erhöht,
  • die Potenziale in der Bevölkerung geweckt und
  • das formale und informelle Angebot der (sozialen) Dienstleistungen verbessert werden können.

Es ist von diesen Aspekten abhängig, ob sich Bürgerinnen und Bürger für soziale und kulturelle Belange am Wohnstandort engagieren oder ob sie sich desinteressiert in ihre Wohnungen zurückziehen. Das Büro „Sozial • Raum • Management“ leistet mit Forschungs-, Fortbildungs- und Beratungsleistungen Beiträge zum besseren Zusammenwirken von Kommunalverwaltung und Zivilgesellschaft – beispielsweise in den Feldern:

  • Aufbau, Koordination und Management von lokalen oder interdisziplinären Netzwerken.
  • Inklusive soziale Planungen in der Gemeinde, die bedarfsgruppenübergreifend angelegt sind und an denen Stakeholder beteiligt sind.
  • Prävention im Sozialraum zur Stärkung des Zusammengehörigkeits- und Sicherheitsgefühls von Bewohnerinnen und Bewohnern.

Angaben gemäß § 5 TMG

Sozial • Raum • Management
Büro für Forschung und Beratung
Goldrutenweg 13
30559 Hannover

Vertreten durch:

Prof. Dr. Herbert Schubert

Kontakt:

Telefon: 0171 7477087
E-Mail: info(at)sozial-raum-management.de

Haftungsausschluss: Haftung für Links

Unser Angebot enthält Links zu externen Webseiten Dritter, auf deren Inhalte wir keinen Einfluss haben. Deshalb können wir für diese fremden Inhalte auch keine Gewähr übernehmen. Für die Inhalte der verlinkten Seiten ist stets der jeweilige Anbieter oder Betreiber der Seiten verantwortlich. Die verlinkten Seiten wurden zum Zeitpunkt der Verlinkung auf mögliche Rechtsverstöße überprüft. Rechtswidrige Inhalte waren zum Zeitpunkt der Verlinkung nicht erkennbar. Eine permanente inhaltliche Kontrolle der verlinkten Seiten ist jedoch ohne konkrete Anhaltspunkte einer Rechtsverletzung nicht zumutbar. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden wir derartige Links umgehend entfernen.

 

Ai Wei Wei, Biennale di Venezia 2013

Das Denken in Relationen ist inzwischen interdisziplinär weit verbreitet. Die Netzwerkperspektive eröffnet gegenüber dem traditionellen Strukturfunktionalismus neue Perspektiven, die Wirklichkeit viabel zu erfassen. Mit seinen Forschungen und Publikationen zur Netzwerkthematik hat Prof. Schubert Beiträge dazu geleistet.

Am 3./4. Dezember 2018 veranstalten die Schader-Stiftung und die DGNet (Deutsche Gesellschaft für Netzwerkforschung) im Schader-Forum in Darmstadt die Fachtagung „Das Paradigma der Relationalität“. Das Spektrum der Leistungen, die durch die relationale Perspektive in verschiedenen disziplinären Feldern wie Sprache, Kultur, Raum, Organisation und Wirtschaft, Gesundheit und Bildung möglich wurden, sollen aufgezeigt werden.

Prof. Schubert stellt das „Verfahren für die Netzwerkentwicklung in Kommunen“ vor, das in einem Projekt der Bertelsmann Stiftung konzipiert und erprobt wurde, um die Zusammenarbeit zwischen Kommunalverwaltung, Zivilgesellschaft und Engagierten in den Netzwerken einer Stadt oder Gemeinde transparent zu machen und Perspektiven für die Verbesserung des Zusammenwirkens zu erschließen. 

 

 

Im Oktober 2018 findet die städtebauliche Studienreise des Instituts für Städtebau und Wohnungswesen München (ISW) nach San Francisco und in die Bay Area statt. Unter anderen wird sich eine Kernfrage der Reise damit beschäftigen, wie sich im Silicon Valley als Zentrum der digitalen Ökonomie die Stadtquartiere und urbanen Wohnformen, aber auch die Verkehrsstrukturen entwickeln. In der Literatur (z.B. Alexandra Lange [2012]: The Dot-Com City – Silicon Valley Urbanism. Strelka Press) ist die These verbreitet, dass die introvertierten Arbeitswelten der digitalen Ökonomie die Funktionen des öffentlichen Stadtraumes schwächen und vom Ideal belebter Quartiere wegführen.

Im Rahmen des 81. Deutschen Fürsorgetages vom 15. bis 17. Mai 2018 in Stuttgart gestaltet Prof. Schubert mit Kooperationspartnern das Forum 1.4 „Integrierte und kooperative Sozialplanung als Element von lokaler Governance – Erfahrungen aus Deutschland und der Schweiz“.

Im Blickpunkt steht die Frage, was Deutschland und die Schweiz in der Sozialplanung voneinander lernen können. Es werden Ergebnisse des Forschungsprojekts „Integrierte Sozialplanung als Innovation für die Versorgung im Alter“ der Technischen Hochschule Köln und der Hochschule Luzern Soziale Arbeit präsentiert. Der thematische Fokus liegt auf der Weiterentwicklung der örtlichen Sozialplanung mit dem Ziel, im Alter eine selbstbestimmte Lebensführung und eine gute Versorgung zu ermöglichen – ohne dabei Sozialplanung auf Altenhilfeplanung engzuführen. Weiter besteht der Anspruch, ältere Menschen in die planerischen Prozesse einzubeziehen und die Sozialplanung kontinuierlich am sich stetig verändernden Bedarf der älter werdenden Bevölkerung ausgerichtet weiterzuentwickeln.

Das Quartier und der öffentliche Raum gehören zu den „Zauberformeln“ im Diskurs von Architektur und Stadtplanung. Der Quartiersbegriff ist inzwischen zu einem Disziplinen übergreifenden Leitbegriff aufgestiegen: Im Bedeutungsspektrum vom identitätsstiftenden Lebensraum der Bewohnerschaft über den städtebaulichen Handlungs- und Gestaltungsraum bis zum fußläufig erreichbaren Infrastrukturnetz bleibt der Begriff aber unscharf und hat teilweise den Charakter einer „Black Box“ – d.h. eines inflationär benutzten Begriffes, dessen Bedeutung nicht transparent ist. Handelt es sich also um einen äußerlichen Marketingbegriff, der als Etikett an jedes (neu) bebaute Areal geheftet, und einen inhaltsleeren Allroundbegriff, in den jedes neue Thema reingepackt werden kann, oder gibt es einen gehaltvollen Kern, der Qualitätsmerkmale von Architektur und Stadtplanung transportiert? Was ist zum Beispiel der Unterschied zwischen dem Wohnquartier und dem Stadtquartier?

Im Sommersemester 2018 findet an der Fakultät für Architektur und Landschaft der Leibniz Universität Hannover dazu ein Seminar statt, in dem der unscharfe und informelle Quartiersbegriff für Architektur und Stadtplanung differenziert und operationalisiert werden soll. Einerseits wird einschlägige Fachliteratur – im Rahmen von Textanalysen – ausgewertet. Obwohl der Quartiersbegriff in den meisten Publikationen der Architektur und Stadtplanung nicht explizit vorkommt, lassen sich Qualitätsmerkmale für die verschiedenen Ebenen des Quartiers als relevante Untereinheit der Stadt ermitteln (z.B. Kevin Lynch, Christpher Alexander et al., Oscar Newman, Jan Gehl). Andererseits sollen die Kriterien in ausgewählten Wohn- und Stadtquartieren – im Rahmen von Quartiersspaziergängen – vor Ort reflektiert werden. Damit wird im Seminar das Ziel verfolgt herauszuarbeiten, was Architektur und Stadtplanung grundlegend zur Quartiersqualität auf allen Ebenen (nicht nur auf der gestalterischen) beitragen.

Literatur zum Einlesen:

Deffner, Veronika & Meisel, Ulli (Hrsg.) (2013). StadtQuartiere. Sozialwissenschaftliche, ökonomische und städtebaulich-architektonische Perspektiven. Klartext Verlag: Essen. 

 

Um die Themen und Empfehlungen des Siebten Altenberichts einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen, veranstaltet das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) insgesamt acht Lokale Fachforen in verschiedenen Regionen Deutschlands. Im Rahmen der Fachforen in Dietzenbach (Kreis Offenbach) am 9. November 2017 und in Kassel am 5. Juni 2018 stellte Prof. Schubert im Rahmen eines Vortrags die „Notwendigkeit und Herausforderungen einer integrierten und kooperativen Sozialplanung im demographischen Wandel“ vor. 

Seit 2017 engagiert sich der AWO Bundesverband im Projekt „FaQuar – Entwicklungswerkstatt Fachkräftesicherung in der Altenhilfe durch Quartiersentwicklung“. In dem Projekt werden 13 Träger der AWO an 20 Standorten beim Wandel von traditionell ausgerichteten stationären Altenpflegeeinrichtungen hin zu ins Quartier geöffneten Einrichtungen, mit Kooperationen in den Sozialraum hinein und sozialräumlich orientierten Versorgungsstrukturen unterstützt. Prof. Schubert vermittelte den Fachkräften der beteiligten Träger im Modul „Vernetzung, Kommunikation und Kooperation im Quartier“ im April 2018 im Haus Humboldtstein am Rolandseck die Grundlagen für den Aufbau von Quartiernetzwerken. 

 

 

Am 08. März 2018 fand in Essen ein Fachtag der Überörtlichen Arbeitsgemeinschaft für das Betreuungswesen in Nordrhein-Westfalen (ÜAG NRW) zum Thema „Das Betreuungswesen weiterentwickeln - Die Qualität verbessern" statt. Im Mittelpunkt stand die Handlungsempfehlung zur Durchführung der örtlichen Arbeitsgemeinschaft nach § 4 Abs.1 LBtG NRW. Die Umsetzung des Betreuungsrechts steht und fällt mit einer verlässlichen und qualitätsorientierten Zusammenarbeit im Betreuungswesen. Es ist notwendig, dass alle Beteiligten eng zusammenwirken, bestehende Qualitätsgrundsätze fortschreiben und sich über die Entwicklungen im Betreuungswesen auf dem Laufenden halten. Wie diese Kooperation im Rahmen von Vernetzungsstrukturen gelingen kann und welche Faktoren für das Gelingen verantwortlich sind, erläuterte Prof. Schubert. 

Organisationen und Leistungssysteme des Sozialwesens stehen unter einem wachsenden Legitimationsdruck. Dies, und die Tatsache, dass sich auch die Schnittstelle zwischen politischen Entscheidungsträgern und Kadern der Verwaltung ändert, stellen operative Führungskräfte vor anspruchsvolle Aufgaben. Von September 2017 bis September 2018 führt die Hochschule Luzern ein darauf zugeschnittenes Executive-Programm für Führungskräfte an der Schnittstelle zur Politik mit dem Titel «Führen in Sozialen Verwaltungen – Senior Leadership in Social Administrations» durch. Das dritte Modul «Gestaltung und Steuerung von Sicherungs- und Versorgungssystemen» fand vom 21.-23. März 2018 im Kulturzentrum Altes Spital in Solothurn statt. Prof. Schubert gestaltete gemeinsam mit Prof. Stremlow von der HSLU einen Nachmittag zu der Thematik «New Public Governance».

Die Fortbildungsreihe „Netzwerkmanagement“ hat Prof. Schubert mit Klaus Titz von Titz & Partner GbR für die die Bertelsmann Stiftung konzipiert. Sie soll Führungskräfte´ und Mitarbeiter/innen aus Kommunalverwaltungen und der Zivilgesellschaft qualifizieren, Interdependenzen zwischen Akteuren zu erkennen, darauf aufbauende Netzwerke zu initiieren, in das kommunale Geschehen der Kommunalpolitik und der Erbringung von Dienstleistungen vor Ort einzubetten, den Prozess zielgerichtet zu gestalten und den Verlauf sowie die Ergebnisse zu evaluieren.  Prof. Schubert mit Klaus Titz haben die Module im Zeitraum von Oktober 2017 bis März 2018 durchgeführt.

Seit 2007 bestehen in Berlin die interdisziplinären Arbeitskreise „Beschleunigtes Familienverfahren“ zur Verbesserung der Familiengerichtlichen Verfahren. Die Arbeitskreise werden gefördert und unterstützt durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, dem Sozialpädagogischen Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg SFBB in Kooperation mit dem „Gemeinsamen Juristischen Prüfungsamt der Länder Berlin und Brandenburg. Am 14. Februar 2018 fand im Jagdschloss Glienicke in Berlin Wannsee der Klausurtag „10 Jahre interdisziplinäre Zusammenarbeit 
im Familienkonflikt – 
‘Beschleunigtes Familienverfahren‘“ statt. Zur Verbesserung der Zusammenarbeit in den interdisziplinären Arbeitskreisen bearbeitete Prof. Schubert mit den Teilnehmer/innen das Thema „Netzwerk und Schnittstellen“.

Am 21. November 2017 findet nachmittags das Forschungskolloquium des BFH-Zentrums Soziale Sicherheit statt. Im Fokus steht dieses Mal das Thema „Unterstützung aus dem Quartier. Schwer erreichbare Menschen durch Netzwerkstrategien in die Versorgung einbinden“. Prof. Dr. Herbert Schubert hat in der Key Note über „Intermediäre Vermittlungen im Wohnquartier zur Überbrückung struktureller Lücken in der Versorgung“ vorgetragen.

Eine Zusammenfassung mit dem Titel "Vermittlungsnetzwerke erreichen auch zurückgezogene Menschen" ist im Blog "knoten & maschen" des BFH-Zentrums Soziale Sicherheit dokumentiert.

Unter dem Titel „Raumschiff Ihme-Zentrum: Eine Betonskulptur der urbanen Gesellschaftsutopie der Zweiten Nachkriegsmoderne auf dem Weg der Reintegration in die Stadt“ führte Prof. Dr. Herbert Schubert mit der Architektin Karin Kellner im Sommersemester 2017 in Kooperation mit dem Verein Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum ein Seminar an der Fakultät für Architektur und Landschaft der Leibniz Universität Hannover durch. Die Studierenden setzten sich intensiv mit dem Ihme-Zentrum auseinander. Im Blickpunkt standen: die Maßstäblichkeit, der öffentliche Raum, die Nutzungsmischung, das Stadtbild und die Gliederung durch raumbildende Muster. Die Studierenden hatten sich im Rahmen nutzerzentrierter Übungen an das Ihme-Zentrum angenähert. Im weiteren Seminarverlauf wurden Analysen durchgeführt, auf deren Grundlage Planideen entwickelt wurden. In den Aufgabenstellungen ging es um Fragen wie zum Beispiel: Wie lässt sich das Ihme-Zentrum auf ein menschliches Maß herunterbrechen? Was heißt „maßstabsgerechte Planung“ im Ihme-Zentrum? Wie lässt es sich nach kleineren Einheiten gliedern? Wie kann das Prinzip der Nutzungsmischung erhalten werden? Wie generiert man qualitätvolle, öffentliche Räume im Ihmezentrum, in denen sich Menschen gerne aufhalten? Die dabei gewonnenen Erkenntnisse und Ergebnisse wurden am 4. Juli 2017 zwischen 19 bis 21 Uhr im Nachbarschafts- und Kulturort der Zukunftswerkstatt Ihme-Zentrum am Ihmeplatz 7E in Hannover präsentiert.

– am Beispiel des Kommunalen Seniorenservice Hannover im Fachbereich Senioren der Landeshauptstadt Hannover

Im Rahmen des Projekts „Synergien vor Ort“ widmete die Bertelsmann Stiftung der Zusammenarbeit von Kommunalverwaltung, Zivilgesellschaft und Engagierten besondere Beachtung. Als Kooperationspartner wirkte der Fachbereich Senioren der Landeshauptstadt Hannover im Projekt mit. In einer Untersuchung im Jahr 2016 wurde ein Veränderungsbedarf unter den bestehenden stadtweiten und stadtbezirklichen Netzwerken im Seniorenbereich in Hannover konstatiert, um das Zusammenwirken der Beteiligten aus der Kommunalverwaltung und aus der Zivilgesellschaftlich zu verbessern. 

Vor diesem Hintergrund hatte der Fachbereich Senioren der Landeshauptstadt Hannover beschlossen, in einem gemeinsamen Prozess mit den Beteiligten und Vertretungen der wichtigen Anspruchsgruppen eine Neustrukturierung der bestehenden Netzwerkstrukturen einzuleiten. Die Bertelsmann Stiftung unterstützte die Schritte der Organisationsentwicklung moderierend mit dem Ziel, dass die „Synergien vor Ort“ wirkungsvoller gestaltet werden. Dabei sollten sowohl der Prozess als auch die Ergebnisse nur exemplarischen Charakter haben, weil im Vordergrund die Übertragbarkeit auf andere Kommunen stand.

Für die Organisation des Prozesses und seine fachlich-inhaltliche Programmierung hatte die Bertelsmann Stiftung gemeinsam mit dem Kommunalen Seniorenservice Hannover die Arbeitsgemeinschaft der Beratungsgesellschaft Titz & Partner GbR und des Forschungsbüros Sozial • Raum • Management in Hannover ausgewählt und mit der wissenschaftlichen Begleitung der Neuorganisation der Netzwerkstrukturen des KSH beauftragt. Exemplarisch wurde die Begleitung anhand der hannoverschen Untersuchungsräume Stadtbezirk 04 (Buchholz-Kleefeld) und Stadtbezirk 11 (Ahlem-Badenstedt-Davenstedt) durchgeführt. Für den Begleitungsprozess wurde ein Verfahren entwickelt, um die Zusammenarbeit zwischen Kommunalverwaltung, Zivilgesellschaft und Engagierten in den Netzwerken einer Stadt oder Gemeinde transparent zu machen und Perspektiven für die Verbesserung des Zusammenwirkens zu erschließen.

Das Verfahren wurde darauf ausgerichtet, bestehende Vernetzungen zu analysieren, den möglichen Veränderungsbedarf bzw. den weiteren Vernetzungsbedarf zu ermitteln und die Schlüsselpersonen sowohl aus der Kommunalverwaltung als auch aus der Zivilgesellschaft zu identifizieren, die dabei eine wichtige Rolle spielen können. Es beinhaltet fünf Bausteine, die sowohl konsekutiv nacheinander als auch rekursiv angewandt werden können:

  1. Im ersten Schritt wird eine „Two-Mode-Netzwerkanalyse“, die auch als Akteur-Ereignis-Netzwerkanalyse bezeichnet wird, durchgeführt. Dabei werden Dokumente (wie z. B. Protokolle und Teilnahmelisten von Gremien und Arbeitskreisen) ausgewertet, die einen Überblick über die vorhandenen Netzwerkstrukturen, ihre Überschneidungen und die verbindenden Schlüsselpersonen geben.
  2. In einem ergänzenden zweiten Schritt kommt eine „Stakeholderanalyse“ zur Anwendung. In der Verknüpfung mit den Ergebnissen der Akteur-Ereignis-Netzwerkanalyse wird überprüft, ob die ermittelten Stakeholder und ihre Ansprüche in den Netzwerkstrukturen angemessen berücksichtigt werden.
  3. Auf dieser Grundlage kann der dritte Schritt eingeleitet werden, der die Befragungen zur Aufklärung der Netzwerkkoordination umfasst. Aus den Ergebnissen der ersten beiden Schritte wird eine Stichprobe von Schlüsselpersonen gezogen, um in leitfadengestützten Interviews tiefenscharfe Einblicke und Einschätzungen zur Praxis des im Blickpunkt stehenden Netzwerks zu sammeln.
  4. Als vierter Schritt schließen sich vertiefende Befragungen mit (lokalen und fachlichen) Schlüsselpersonen an, damit sowohl die Beziehungsachsen (neue Pfade) als auch die Inhalte erkannt werden können, über die sich die bestehenden Netzwerkstrukturen weiterentwickeln lassen.
  5. Im fünften Schritt werden abschließend Workshops mit Netzwerkakteuren – sowohl auf der strategischen als auch auf der operativen lokalen Ebene – durchgeführt. Das methodisch-didaktische Konzept ist darauf ausgerichtet, den Netzwerkakteuren die Ergebnisse der vier vorangegangenen empirischen Schritte zu vermitteln und darauf aufbauend einen Kommunikationsprozess zu generieren, in dem Perspektiven für die weitere Entwicklung des Netzwerks aus dem Kreis der Beteiligten heraus entwickelt werden.

Die methodischen Komponenten des beschriebenen Verfahrens wurden im Zeitraum von September 2017 bis Februar 2018 am Beispiel von Netzwerken des Kommunalen Seniorenservice Hannover (KSH) erprobt, um einerseits die Handhabung des Verfahrens zu veranschaulichen und um andererseits seinen Nutzen für das Netzwerk zu zeigen.

In den vier ersten empirischen Schritten des Verfahrens wurden Unschärfen, Unklarheiten und strukturelle Löcher ermittelt, an denen Strategien der Netzwerkentwicklung ansetzen können. Es wurde deutlich, dass die drei untersuchten Netzwerke nicht unabhängig voneinander sind, sondern miteinander verwobene Ebenen und Segmente der gesamten Netzwerkarchitektur repräsentieren. Bewährt hat sich auch der fünfte Schritt des Verfahrens: Die Mitglieder der drei untersuchten Bereiche des KSH-Netzwerks konnten auf der Basis der skizzierten empirischen Ergebnisse gemeinsame Perspektiven für die Netzwerkentwicklung erarbeiten und vereinbaren.

Der Ergebnisbericht wurde von der Bertelsmann Stiftung im August 2018 publiziert: Schubert, H., Titz, K. & Hensel, A. (2018). (Neu-)Organisation von Netzwerkstrukturen. Fallstudie: Kommunaler Seniorenservice der Landeshauptstadt Hannover. Bertelsmann Stiftung: Gütersloh.

COST (European Cooperation in Science and Technology) repräsentiert ein europäisches Wissenschaftsnetzwerk. Prof. Schubert wirkte als deutscher Vertreter im Management Committee der COST Action TU1203 (CP-UPD: Crime Prevention through Urban Design and Planning) mit, die zum COST-Schlüsselbereich „Stadtentwicklung“ (Urban Development) gehört. Im Blickpunkt der COST Action “Crime Prevention through Urban Design and Planning” steht das bestehende Forschungswissen, wie Sicherheit in der Stadt – und insbesondere in belasteten, Angst erzeugenden Stadtgebieten – durch das Zusammenspiel von städtebaulicher Gestaltung, wohnungswirtschaftlicher Organisation und begleitender sozialer Arbeit „hergestellt“ werden kann. Nach Fallstudien in Mailand, Barcelona, Lodz, Budapest, Göteborg und Lyon besuchten die Fachleute der Sicherheits- und Stadtforschung aus 36 Mitgliedsländern zur Frühjahrskonferenz im April 2016 Hannover, um kennen zu lernen, welche innovativen Ansätze es in Deutschland gibt. Im Mittelpunkt der Frühjahrskonferenz 2016 standen Beispiele interdisziplinärer Planung im Neubau in der Region Hannover, die den Kriterien der "Sicherheitspartnerschaft im Städtebau" in Niedersachsen entsprechen. Die Ergebnisse wurden im August 2017 als deutsche Fallstudie publiziert. Autoren der Fallstudie sind: Prof. Dr. Herbert Schubert und PhD Kandidatin Daniela Idrovo.

Prof. Dr. Herbert Schubert ist im Rahmen der Akademieversammlung 2017 am 13. Oktober 2017 in Berlin auf Vorschlag der Landesgruppe Niedersachsen-Bremen in die Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) aufgenommen worden. Als Mitglied wird berufen, wer auf den Gebieten des Städtebaus, der Landesplanung sowie allen damit zusammenhängenden Themenbereichen in Wissenschaft, Lehre oder Praxis mit besonderen Leistungen hervorgetreten ist.

Die DASL ist ein Zusammenschluss von Fachleuten auf den Gebieten des Städtebaus und der Landesplanung oder der damit verknüpften Forschung und praktischen Planung. Die Institution geht zurück auf die 1922 gegründete Freie Akademie des Städtebaus und hat sich 1946 unter dem heutigen Namen konstituiert.

Die DASL hat das Ziel, Städtebau und Landesplanung in Wissenschaft und Praxis zu fördern. Sie erfüllt das Ziel, indem sie sich durch wissenschaftliche Arbeiten und Gutachten, in Vorträgen und auf Tagungen mit den Problemen der räumlichen Umwelt auseinandersetzt, die gewonnenen Erkenntnisse auswertet und der Öffentlichkeit zugänglich macht.