Mit den vorliegenden Handreichungen und Kriterienlisten hat die „Sicherheitspartnerschaft im Städtebau in Niedersachsen“ (SiPa) bisher zwei Maßstabsebenen in den Blick genommen: das Wohnen im engeren Sinn (mit dem Produkt des Niedersächsischen Qualitätssiegels „Sicheres Wohnen“) und die öffentlichen Räume im Wohnumfeld (mit der Arbeitshilfe „Sichere Räume“). Nun haben die Mitglieder der SiPa beschlossen, sich mit einer weiteren Maßstabsebene auseinanderzusetzen: dem Siedlungszusammenhang des Quartiers. Das Thema „Sicherheit im Quartier“ wurde als neuer Arbeitsschwerpunkt der SiPa für das Jahr 2021 festgelegt. Es sollen sowohl Kriterien als auch ein Leitfaden erarbeitet werden, mit denen überprüft werden kann, was lebenswerte Quartiere kennzeichnet, die das Sicherheitsgefühl ihrer Bewohnerinnen und Bewohner stärken.

Im Sommer 2020 wurde das Projekt „Entwicklung von Kriterien und eines Leitfadens für die Beratung, Planung und Bewertung von Quartieren unter kriminalpräventiven Aspekten“ in einem Vergabeverfahren des Landesbetriebs „Logistik Zentrum Niedersachsen“ ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt Prof. Dr. Herbert Schubert vom Büro „Sozial • Raum • Management“. In Anlehnung an die Entwicklung der bereits bestehenden Produkte der SiPa übernimmt er sowohl die inhaltliche als auch die methodische Verantwortung für den partizipativen Prozess, in dem die Kriterienliste und der Leitfaden „Sicheres Quartier“ erarbeitet werden. Diesen Prozess wird der interdisziplinäre Arbeitskreis „Sicheres Quartier“ begleiten, in dem verschiedene Fachleute, aber auch Vertretungen der Zivilgesellschaft bis zum Sommer 2021 ihre vielfältigen Kompetenzen für die Entwicklung der Kriterien zur Beratung und Bewertung von Quartieren unter kriminalpräventiven Aspekten einbringen werden. Angestrebt wird eine heterogene Mischung von Perspektiven der kommunalen Stadtplanung, der Wohnungswirtschaft, der gemeinwesenorientierten Quartiersarbeit, aus örtlich ausgerichteten Präventionsräten, aus Polizeistationen mit einem Quartiersbezug und nicht zuletzt von engagierten Bürgerinnen und Bürgern.